FAZ – Gerhard Stadelmaier gratuliert Andrea Breth zum 70.
Sophia Edwards
Friedrich Schiller hat ihr einen Brief geschrieben
31. Oktober 2022. Die Regisseurin Andrea Breth wird heute siebzig Jahre alt. Anlass für Gerhard Stadelmaier, doch mal wieder über Theater zu schreiben, einen schönen Geburtstagsgruß in der FAZ nämlich, für die "überragende Liebhaberin der dramatischen Dichter".
"Ihre Berufung wie ihr Glücksfluch ist: Größe. Erstens liebt sie Großes. Zweitens wagt sie Großes", so der ehemalige Kritiker, und drittens sei sie fürs gängige Theater schon zu groß. Sie rage neben Peter Stein als "glanzvolles Restmitglied der einstigen europäisch humanen Welttheater-Genie-Phalanx weit hinaus über die G’schaftlhuber-Szene des deutschen Theaters.
Ihre Inszenierungen fielen freilich schon immer irgendwie aus der Zeit. "Denn es schafft nie gesehene Freiräume: fürs Unerhörte." "Sie fiel früh auf. Und es fiel auf, dass sie nicht in den theatralischen Hauptstrom passte." Denn wo das Regisseurstheater von damals sich gerade in den letzten Delirien einer kollektiven Eiszeit erging, "bewies die Jungregisseurin, um einen Schiller von innen, nicht von außen ringend, dass Luise und Ferdinand nicht auch noch mal in die allgemeine Eiszeit zu passen hatten – sondern dass Eis und Kälte ihr ganz besonderer, eigener großer Besitz waren." Große Einsame seien die Figuren allesamt, die Andrea Breth bei den dramatischen Dichtern findet und erfindet.
(faz.net / sik)
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