Sachsen-Anhalt
David Perry
Herzog Blaubarts Burg & Bremer Freiheit - Thirza Bruncken erschreckt das Hallesche Opernpublikum mit einem expressionistischen Bühnen-Schabernack
Die rosa Fassade des Bösen
von Matthias Schmidt
Halle, 6. Mai 2017. "Das ist einfach nur furchtbar", flüstert eine Dame vor mir ihrem Mann ins Ohr. Seit einer Stunde wird Rainer Werner Fassbinders "Bremer Freiheit" gespielt, nur ist von dem Stück um die Bremer Serienmörderin Geesche Gottfried, vom Autor eine bürgerliche Tragödie genannt, quasi nichts zu verstehen. Weil man erstens das Gefühl hat, hier wird, warum auch immer, in einer falschen Kulisse gespielt, einer rosaroten Papp-Burg. Stand wohl noch vom Vortag auf der Bühne. Weil man sich zudem daran zu gewöhnen hat, dass das Saallicht 45 Minuten lang brennt, und man, als es plötzlich doch noch ausgeht, erleichtert denkt, hat also endlich jemand den Schalter gefunden.